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Obmann Mag. Holzinger zum Thema Berufsunfähigkeit

Rehabilitation oder Armut durch Krankheit

Das Thema Berufsunfähigkeit ist in Österreich noch nicht sehr präsent und wird meist erst dann bewusst, wenn jemand im persönlichen Umfeld betroffen ist. Viele Menschen unterschätzen die finanziellen Folgen, die ein dauerhafter Verlust der Arbeitsfähigkeit mit sich bringt. Obwohl alle Erwerbstätigen in der öffentlichen Pensionsversicherung gegen Berufsunfähigkeit versichert sind, greift dieses Sicherheitsnetz nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie Mindestbeitragszeiten. Besonders junge Menschen, die noch wenig Versicherungszeiten haben, sind daher unzureichend geschützt.

Der Verlust der Erwerbsfähigkeit bedeutet meist einen erheblichen Einkommensverlust, der das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt. Das Risiko ist vor allem in jungen Jahren groß, da hier noch keine ausreichende private Absicherung besteht. Mit steigendem Alter nimmt die Gefahr, in die Armut abzurutschen, zwar ab, doch auch im höheren Alter können die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit existenzbedrohend sein. Viele verlieren im schlimmsten Fall Vermögen wie Eigenheime oder Ersparnisse und sind auf das Sozialsystem angewiesen.

Nur etwa 4 % der Erwerbstätigen in Österreich sind gegen Berufsunfähigkeit versichert, und die durchschnittliche Versicherungssumme ist oft zu niedrig, um den tatsächlichen Einkommensverlust auszugleichen. Zudem steigen die Lebenshaltungskosten durch Therapien und Medikamente erheblich. Das Vertrauen in das staatliche System und mangelndes Wissen über private Vorsorge sind Hauptgründe dafür, warum viele keine ausreichende Absicherung haben.

Die Folgen einer Berufsunfähigkeit sind nicht nur finanziell, sondern auch sozial und emotional belastend. Betroffene erleben Einschränkungen im Alltag, soziale Isolation und eine Abwärtsspirale, die ihre Lebensqualität erheblich mindert. Um dem entgegenzuwirken, ist mehr Aufklärung und Sensibilisierung notwendig. Private Vorsorge kann helfen, den Weg in die Armut zu verhindern oder abzumildern. Initiativen wie der Verein ChronischKrank Österreich setzen sich dafür ein, durch Vorträge und Workshops das Bewusstsein für die Bedeutung der Berufsunfähigkeitsvorsorge zu stärken.

 

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