Zurück

Ruf nach mehr Qualitätskontrollen bei 24-h-Betreuung

In der 24-Stunden-Betreuung gibt es einen neuen Ruf nach mehr Qualitätskontrollen. Experten Mag. Jürgen Holzinger Obmann des Vereins ChronischKrank und Bettina Löfler, Co-Geschäftsführerin der Vermittlungsagentur Bestcare24 fordern Maßnahmen zur Sicherstellung der Standards.

Das 2019 eingeführte Qualitätszertifikat ÖQZ-24 sei gut und wichtig, damit auf 24-Stunden-Betreuung angewiesene Menschen einen Anhaltspunkt haben. Nötig sei aber, dass die Einhaltung der Kriterien strenger kontrolliert werde, sieht Löfler Änderungsbedarf. 

"Qualitätsvisiten" & Kostentransparenz

Sehr wichtig seien die Einhaltung der vorgeschriebenen "Qualitätsvisiten" von geschultem Fachpersonal - und zwar gleich am Beginn der Betreuungsperiode. "Das Siegel sollte dafür bürgen", sagte Löfler. Die geforderten Qualitätsstandards würden Kosten verursachen, so die Geschäftsführerin - bei "BestCare24" seien etwa die Qualitätsvisiten bereits inkludiert, dies sei auch im Preis transparent aufgeschlüsselt. Diese Transparenz vermisse sie aber bei anderen Anbietern - vor allem auch abseits der zertifizierten Agenturen. 

Bei diesem Punkt hakt auch "ChronischKrank"-Obmann Jürgen Holzinger ein: Intransparente Preisgestaltung sei ein häufiges Problem. So würden in topplatzierten Google-Anzeigen Betreuungsdienste für eine geringe Summe pro Stunde angeboten, auf der Rechnung dann aber deutlich höhere Beträge zu Buche stehen.

Mindestausbildung & Absicherung der Betreuungspersonen, sowie Entlastung der Betreuungsbedürftigen

"ChronischKrank"-Obmann Holzinger fordert generell - auch abseits des Qualitätszertifikates - Mindestausbildungen und Qualitätsstandards ein. Ebenso verwies Holzinger auf die Notwendigkeit einer Privatrechtsschutzversicherung für die Betreuungskräfte, um ihre Rechte etwa bei Problemen mit Vermittlungsagenturen selbstständig durchsetzen zu können. Auch eine Berufshaftpflichtversicherung steht auf der Wunschliste des Obmanns. Unfälle und Schäden durch Betreuerinnen und Betreuer müssten abgedeckt sein - auch dies könnte die WKO mit der Kammerumlage, die sie von den Betreuungskräften einhebt, abdecken und organisieren. Bisher gibt es diesbezüglich nur eine Empfehlung der Kammer, bedauerte Holzinger.

Kritisch merkte der Vereinsobmann einen Umstand bei der Förderung der 24-Stunden-Betreuung an: Sollten selbstständig tätige Betreuungskräfte ihre Sozialversicherungsbeiträge nicht abführen - oder sich rückwirkend von der Sozialversicherung abmelden -, können die Betreuungsbedürftigen die Förderung für die 24-Stunden Betreuung verlieren. Teils komme es sogar dazu, dass Rückzahlungen zu leisten sind. Gefordert wird daher von Holzinger, dass das Sozialministeriumservice die Abführung der SVA-Beiträge auf elektronischem Wege prüft und somit die Betreuungsbedürftigen nicht mehr selbst prüfen müssen, ob die Abgaben auch abgeführt wurden.

 

Mehr dazu finden Sie bei: 

Kleine Zeitung

ORF

Salzburger Nachrichten

Vorarlberg online

Burgenländische Volkszeitung

Niederösterreichische Nachrichten

Tiroler Tageszeitung

Puls24

Salzburg24

News.at

 

Bleiben Sie am Laufenden

Melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalten Sie immer aktuelle Informationen über die Arbeit unseres Vereins.

Weitere Newsbeiträge

Jung, erfolgreich - und plötzlich berufsunfähig

11.05.2026 - Berufsunfähigkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch junge Erwachsene können durch Krankheit oder Unfall von einem Tag auf den anderen aus dem Berufsleben gerissen werden.

Berufsunfähig und in der Armutsfalle

Berufsunfähigkeit in Österreich: Warum das staatliche Netz bei Arbeitsunfähigkeit oft nicht reicht und wie private Absicherung vor dem sozialen Abstieg schützen kann.

MY LIFE-Infotage zur Darmgesundheit mit Verein ChronischKrank

Unser Jurist Mag. Fuchs-Schnetzinger wird im Rahmen des Programms um 17:45 Uhr unseren Verein vorstellen!

Digitalisierung im Gesundheitssystem: Unser Obmann im ORF Report

Obmann Mag. Jürgen Holzinger im ORF-Interview zum Thema Digitalisierung im Gesundheitssystem

Ein besonderer Abend in der Hofburg

Inklusive Weihnachtsfeier bei Bundespräsident Alexander van der Bellen

Berufsunfähigkeit im Fokus

Frühzeitig vorsorgen, Aufklärung fördern, Risiken absichern – für eine gesicherte Zukunft trotz Berufsunfähigkeit

Ennser Verein Chronisch Krank startet Online-Fachvorträge

Der Verein ChronischKrank, mit Sitz in Enns, bietet im November noch drei Online-Fachvorträge zu den Themen Behindertenpass, Berufsunfähigkeit und Rehabilitation und Einstufung des Pflegegelds an.

Treffen mit Volksanwalt

NGO- Forum "Human Rights First - trotz Sparpaket"