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Stationäre Rehabilitation bei chronischen neurologischen Erkrankungen

Warum sie unverzichtbar ist – und wie Patienten sie erfolgreich nutzen können

Chronische neurologische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum unterschiedlicher Krankheitsbilder. Dazu zählen bekannte Erkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), oder Morbus Parkinson ebenso wie dauerhafte Folgen nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, aber auch komplexe Erkrankungen wie ME/CFS oder seltenere Störungen wie Narkolepsie.

So unterschiedlich diese Erkrankungen auch sind – sie verlaufen häufig schubweise, oder fortschreitend und gehen mit körperlichen Einschränkungen, Erschöpfung, Schmerzen und psychischen Belastungen einher.

Bei all diesen Erkrankungen kann eine regelmäßige, spezialisierte stationäre Rehabilitation einen entscheidenden Beitrag leisten, um Funktionen zu erhalten, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Für viele Patienten – ebenso für ihre Angehörigen – stellt sich daher immer wieder dieselbe Frage: Was kann ich tun, um meine Selbstständigkeit, meine Gesundheit und meine Lebensqualität möglichst lange zu erhalten?

Eine der wirksamsten Antworten darauf lautet: regelmäßige, spezialisierte, stationäre Rehabilitation.

 

Warum stationäre Reha unverzichtbar ist

Rehabilitation ist kein „Luxus“ und keine einmalige Maßnahme nach einem akuten Ereignis. Gerade bei chronischen Erkrankungen ist sie ein zentraler Bestandteil der langfristigen Behandlung.

In der stationären neurologischen Rehabilitation arbeiten verschiedene Berufsgruppen täglich eng zusammen: Ärzte, Pflege, Physio-, Ergo-, Logo- und Neuropsychologen. Die Therapieintensität ist deutlich höher, als im ambulanten Bereich, und alle Maßnahmen werden aufeinander abgestimmt. Nur so können komplexe Beeinträchtigungen umfassend behandelt, Fortschritte messbar gesichert und Therapieziele effizient erreicht werden.

Stationäre Reha kann helfen:

  • Funktionen zu erhalten oder zu verbessern (Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Sprache)
  • Krankheitsbedingte Verschlechterungen frühzeitig abzufangen
  • Schmerzen, Spastik und Fatigue zu reduzieren
  • Anpassung und Anfertigung von Heilbehelfen und Hilfsmitteln durch orthopädischen Schuhmacher und Ergotherapeuten, sowie bestehende Hilfsmittel optimal einsetzen
  • Physische und psychische Stabilität zu erreichen
  • Krankheitsbewältigung zu fördern
  • Soziale und berufliche Teilhabe zu sichern 

Regelmäßige Reha-Aufenthalte wirken am besten, wenn sie an den Krankheitsverlauf und die individuellen Bedürfnisse angepasst sind.

Praxisbeispiele

Maria A., 38 Jahre, MS
Nach einem Schub leidet Maria unter Gangunsicherheit, schneller Ermüdbarkeit und Konzentrationsproblemen. In der stationären Reha mit interdisziplinärer Betreuung gelingt es ihr:

  • Gehstrecke zu verlängern
  • Alltag besser zu strukturieren
  • Strategien gegen Fatigue zu entwickeln

So kann Maria Rückfälle besser kompensieren und ihre berufliche Tätigkeit aufrechterhalten.

Bernhard G., 56 Jahre, ME/CFS

Seit einer Covidinfektion 2023 hat sich Bernhard nicht mehr erholt. Es bestehen eine Fatigue, PEM nach Überlastung, Schmerzen und Brain fog, die Diagnose wurde vier Monate vor Rehabeginn gestellt. Durch die interdisziplinäre, individuelle Therapie konnte er:

  • Pacing und Strategien für den Alltag erlernen
  • Schmerzen reduzieren
  • Seine Konzentrationsspanne verbessern

Berhard versteht nun sein Krankheitsbild besser und hat eine Struktur für den Alltag erlernt um PEM und Crashes bestmöglich zu vermeiden. Eine Sozialberatung war für die weitere, berufliche Perspektive hilfreich. 

Franz K., 65 Jahre, Parkinson
Franz bemerkt zunehmende Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit und Gleichgewichtsstörungen. In der spezialisierten Reha arbeitet er mit einem interdisziplinären Team an:

  • Beweglichkeit und Gangbild
  • Feinmotorik und Sprache
  • Anpassung der medikamentösen Therapie 

Regelmäßige Reha hilft Franz, Stürze zu vermeiden, Selbstständigkeit zu erhalten und weiterhin aktiv am sozialen Leben teilzunehmen.

Hilfestellung bei Reha-Anträgen

Damit Patienten die Vorteile einer stationären Reha nutzen können, ist ein gut vorbereiteter Antrag entscheidend. Dabei unterstützen Selbsthilfegruppen, Patientenverbände, behandelnde Fachärzte und Sozialdienste wirkungsvoll.

Ein erfolgreicher Reha-Antrag sollte enthalten:

  1. Klare medizinische Diagnose – z. B. MS, schubförmig-remittierend oder Parkinson, Stadium, ME/CFS mit Bell Scala ….
  2. Konkrete funktionelle Einschränkungen – z. B. eingeschränkte Gehfähigkeit, Sturzrisiko, Fatigue, Sprach- oder Schluckstörungen  
  3. Individuelle Rehabilitationsziele – z. B. Erhalt der Selbstversorgung, Verbesserung der Mobilität, Sicherung sozialer und beruflicher Teilhabe
  4. Begründung der stationären Maßnahme – komplexe Symptomatik, interdisziplinäre Behandlung erforderlich, ambulante Therapien ergänzen die Maßnahmen
  5. Hinweis auf chronischen Verlauf – regelmäßige Reha ist medizinisch notwendig, um Verschlechterungen vorzubeugen 

Ambulante Versorgung und Selbsthilfegruppen: wertvolle Partner

Ambulante Therapien, Trainingsprogramme und Selbsthilfegruppen leisten einen wichtigen Beitrag, die Reha-Erfolge zu festigen und Patienten im Alltag zu begleiten. Sie können Übungen vorbereiten, Motivation stärken, Erfahrungsaustausch bieten und psychische Stabilität fördern.

Stationäre Rehabilitation ist ein unverzichtbarer Baustein: Nur in einem stationären interprofessionellen Setting können komplexe, neurologische Beeinträchtigungen umfassend behandelt, Fortschritte messbar gemacht und individuelle Therapieziele koordiniert umgesetzt werden. 

Privatklinik Laßnitzhöhe: Kompetenz in neurologischer Reha

Die Privatklinik Laßnitzhöhe zählt zu den führenden Einrichtungen für neurologische Rehabilitation in Österreich. Besondere Schwerpunkte:

  • Zertifiziertes MS-Zentrum
  • Mb. Parkinson spezielle Programme-Zusammenarbeit mit Bewegunsstörungsambulanz
  • Jahrzentelange Expertise in der Rehabilitation von Schlaganfällen und Schädel-Hirn Trauma
  • ME/CFS-spezifische Rehabilitation
  • Botulinumtoxin-Zentrum für Spastik und Bewegungsstörungen
  • Enge Zusammenarbeit von Ärzten, Pflege, Physio-, Ergo-, Logo- und Neuropsychotherapie 

Ziel ist es, Patienten medizinisch zu stabilisieren und ihnen Perspektiven für ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.

Kontakt & weitere Informationen  zur  Privatklinik Laßnitzhöhe

🌐 www.sanlas.at 

📞 03133 2274 0 

✉️ office [at] privatklinik-lassnitzhoehe.at

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